Meckenbeuren (MCB) Die Zahl der Organspender in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Woran liegt das? Und wie kann man einer Spende zustimmen - oder sie ablehnen? Was passiert überhaupt, wenn in einem Krankenhaus der Hirntod eines Patienten festgestellt wird und wie geht es dann weiter?

,,Vom Spender zum Empfänger – Wichtiges zum Thema Organtransplantation" ist der Titel des nächsten Vortrags in der Reihe „Medizin am Gleis“ im Kulturschuppen am Bahnhof Meckenbeuren am Mittwoch, 13. Juni, um 19 Uhr. Dieses Mal bietet der Medizin Campus Bodensee gleich drei Referenten auf, das komplexe Thema Organspende bietet viele pro und kontra. „Wichtig ist uns, dass sich die Menschen mit dem Thema Organspende persönlich auseinandersetzen, sich eine Meinung bilden und uns ihre Frage stellen“, so Dr. Maike Leube, Transplantationsbeauftragte des Klinikum Friedrichshafen, Notärztin und Fachärztin für Anästhesie.

Rund 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan

Obwohl im Jahr 2017 pro Spender durchschnittlich 3,3 Organe entnommen und transplantiert wurden, zieht die Deutsche Stiftung Organtransplantation eine ernüchternde Bilanz: Seit dem Jahr 2012 ging trotz alle Aufklärungsbemühungen und politischen Unterstützung die Zahl der Spender weiter zurück: 2012 wurden in Deutschland 1046 mal Organtransplantationen registriert (ohne Lebendspenden), 2017 lag diese Zahl bei 797. Rund 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.  Aber immerhin haben immer mehr Menschen hierzulande einen Organspenderausweis, die Quote liegt mittlerweile bei 36 Prozent (14 Prozent mehr als 2012).

Organspende: Voraussetzungen und Ablauf

Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Vorsitzender des Ethikkomitees des Klinikums, wird sich in seinem Vortrag mit den Voraussetzungen für und den Begleitumständen bei einer Organspende befassen. Im Zentrum des Vortrags von Dr. Maike Leube stehen die Abläufe in einer Klinik und das viel diskutierte Thema „Hirntod“. Eine Organspende nach dem Tod ist nur dann möglich, wenn bei der verstorbenen Person der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) festgestellt wurde. Der dritte Referent, Alexander Kempf – Facharzt für Anästhesie und DOS-Koordinator, wird interessantes zu den Zahlen in Deutschland, Wartelisten und Wichtigkeit von Organspenden berichten.

Anschließend stehen alle Referenten für Fragen zur Verfügung. Der Eintritt zu Medizin am Gleis ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Dr. Maike Leube, Fachärztin für Anästhesie, Transplantationsbeauftragte des Klinikums Friedrichshafen. Bild: MCB

Dr. Maike Leube, Fachärztin für Anästhesie, Transplantationsbeauftragte des Klinikums Friedrichshafen.

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Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger, Chefarzt Innere Medizin: Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Vorsitzender des Ethikkomitees des Klinikums Friedrichshafen. Bild: MCB

Priv.-Doz. Dr. Detlev Jäger, Chefarzt Innere Medizin: Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Vorsitzender des Ethikkomitees des Klinikums Friedrichshafen.

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