140 Besucher bei „Medizin am Gleis“ in Meckenbeuren zum Thema Darm hat Charme

Meckenbeuren – Der Darm ist ein Organ der Superlative. Er ist bis zu siebeneinhalb Meter lang und hat durch seine feinen Darmzotten die Fläche einer kleinen Wohnung von etwa 32 Quadratmetern. Drei Darmexperten des Medizin Campus Bodensee (MCB) widmeten sich bei „Medizin am Gleis“ dem Organ, das durchaus seinen Charme hat.

Mit Zentrumsdirektor Privat-Dozent Dr. Thorsten Lehmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Sterk und Dr. Holger Sauer informierten Chefärzte der drei MCB-Standorte in Friedrichshafen, Weingarten und Tettnang in Meckenbeuren.

Darmspiegelung erhöht die Chance auf Heilung

Eine Zahl bleibt den rund 140 Besuchern des Vortrags „Darm hat Charme“ sicher im Gedächtnis: Nur drei Prozent der Menschen ab 55, die Anspruch auf eine Darmspiegelung haben, nutzen die kostenlose Vorsorgeuntersuchung. „Dabei ist Darmkrebs mit bundesweit über 75.000 Neuerkrankungen und etwa 30.000 Todesfällen pro Jahr die zweit häufigste Krebserkrankung“, berichtete Dr. Holger Sauer, Tettnanger Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Endokrinologie und Diabetologie Friedrichshafen-Tettnang. Ist es die Angst vor der Untersuchung, ein Informationsdefizit oder einfach Bequemlichkeit?

Die schmerzfreie Untersuchung rettet Leben

Fakt ist, dass jeder 20. Bundesbürger an Darmkrebs erkrankt. Die gute Nachricht: Bis zu zehn Jahren dauert es, bis sich ein zunächst gutartiger Polyp zum Karzinom entwickelt. „Durch Vorsorge und Früherkennung kann das Sterblichkeitsrisiko um 70 bis 90 Prozent gesenkt werden“, warb Dr. Sauer für die Darmspiegelung. Der Vorteil der 20 bis 30 Minuten langen Untersuchung ist, dass kleine Polypen direkt mit Hilfe einer feinen Schlinge abgetragen werden. „Die Komplikationsrate liegt bei knapp 0,4 Prozent“, informierte Dr. Sauer. Die Vorteile dieser schmerzfreien Untersuchung seien sehr, sehr viel größer. „Sie rettet Leben.“

Modernste Möglichkeiten OP-Möglichkeiten

Kommt es doch zur Operation bietet das Darmzentrum des MCB modernste Möglichkeiten. Über die minimal-invasive Operation durch den Bauchnabel sprach Professor Dr. Dr. Peter Sterk, Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Unfallchirurgie am Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten. „Am Bauchnabel ist die Bauchdecke am dehnungsfähigsten und das Narbengewebe ist nicht schmerzempfindlich“, erläuterte er. Gerade ältere Patienten würden von der schonenderen „Schlüsselloch-Chirurgie“ profitieren. „Der Blutverlust ist wesentlich geringer, das Infektionsrisiko niedriger und die Wundheilung verläuft viel schneller.“

Roboterassistierten Darm-Chirurgie

Privat-Dozent Dr. Thorsten Lehmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Friedrichshafen und Zentrumsdirektor, berichte von der roboterassistierten Darm-Chirurgie. „Der Begriff Roboter ist komplett falsch. Das Da-Vinci-Xi-Chirurgiesystem macht nichts ohne unser Kommando“, schickte er voraus. Wie die menschliche Hand lassen sich auch die feinen Instrumente in sieben Richtungen drehen und steuern. „Mit zehnfacher Vergrößerung sieht der Chirurg in Regionen, die bei der offenen Bauchoperation nur getastet werden können“, beschrieb er den Quantensprung in der Operationstechnik.

Interdisziplinären Darmkrebszentrum am Medizin Campus Bodensee

Um den Patienten den richtigen Weg durch zahlreiche Entscheidungen hin zu bestmöglichen Heilungsaussichten zu zeigen, wurden die Kompetenzen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte und der am MCB tätigen Ärzte im interdisziplinären Darmkrebszentrum am MCB gebündelt. „Zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft stellt es sicher, dass die Patienten von der Diagnose über die Behandlung bis zur Nachsorge bestmöglich versorgt sind“, erläuterte Dr. Lehmann. Sichtbar ist die Zusammenarbeit im Netzwerk zum Beispiel in Tumorkonferenzen, in denen die Fälle der Patienten vorgestellt und mit allen Behandlungspartnern besprochen werden.

Nächste Veranstaltung: Thema Beckenboden

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Medizin am Gleis“ findet am Mittwoch, 18. Januar, um 19 Uhr unter dem Titel „Beckenboden“ in Meckenbeuren statt.

Mehr Informationen unter Veranstaltungen.

Drei Chefärzte des Medizin Campus Bodensee informierten bei „Medizin am Gleis“ in Meckenbeuren rund um den Darm (von links): Dr. Holger Sauer (Klinik Tettnang), Zentrumsdirektor Priv.-Doz. Dr. Thorsten Lehmann (Klinikum Friedrichshafen) und Prof. Dr. Dr. Peter Sterk (Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten). Bild: MCB

Drei Chefärzte des Medizin Campus Bodensee informierten bei „Medizin am Gleis“ in Meckenbeuren rund um den Darm (von links): Dr. Holger Sauer (Klinik Tettnang), Zentrumsdirektor Priv.-Doz. Dr. Thorsten Lehmann (Klinikum Friedrichshafen) und Prof. Dr. Dr. Peter Sterk (Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten).

Bild: MCB

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Ravensburger Straße 39
88250 Weingarten

Telefon +49 (0) 751 406-0
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