Lange Krankengeschichte eines arabischen Globetrotters endet glücklich im Klinikum Friedrichshafen

Friedrichshafen (MCB) Glücklich und zuversichtlich, wenn auch erschöpft und mager, lächelt Walled Houssainy, als Dr. Claus Fieseler das Patientenzimmer betritt: „Sie und Ihr Team haben mein Leben gerettet“, sagt er auf Englisch und mag die Hand des Urologen gar nicht mehr loslassen.

Heute wird der 67-jährige Araber aus Saudi-Arabien, der in Kalifornien lebt und in der ganzen Welt dank seiner großen Verwandtschaft zuhause zu sein scheint, das Klinikum Friedrichshafen verlassen. Er wird aber nicht nach Hause fliegen, weil das noch viel zu anstrengend wäre und er sich in den kommenden Wochen immer wieder mal in der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie des Klinikums vorstellen muss. Deshalb haben sich Walled und seine Ehefrau Sri Houssainy in Fischbach eine Ferienwohnung gemietet und so einen kurzen Weg zu den Ärzten im Klinikum.

Langer, komplizierter Weg

Der ursprüngliche Weg dorthin und zur Operation in der Klinik für Urologie war so lang und kompliziert wie die ungewöhnliche Krankengeschichte: Walled Houssainy arbeitete viele Jahre erfolgreich als PR-Berater auch für namhafte deutsche Firmen, für die neuseeländische und australische Botschaft in den USA oder eine der weltweit operierenden Fluggesellschaften-Caterer. 

Schreckliche Diagnose

Bis er 50 Jahre alt war, war er kerngesund, doch dann ereilte ihn die erste schreckliche Diagnose. Er verlor immer wieder große Mengen Blut über den Urin, war stark eingeschränkt in seinem Leben und schaffte es mit  Hilfe von Naturheilkundlern, wieder auf die Beine zu kommen. Zwölf Jahre ging alles gut, dann kam der nächste Rückschlag und Walled Houssainy hätte sich schon fast aufgegeben. Mittlerweile lebte er in Mexico, die Gesundheitsversorgung nahe der Grenze zu den USA war mehr schlecht als recht und sehr teuer außerdem.

Friedrichshafen: Operationen mit dem Da-Vinci-OP-Roboter

Über sein großes Netzwerk erkundigte er sich in der ganzen Welt nach Möglichkeiten und Methoden, suchte im Internet nach Kliniken und stieß so auf das Klinikum Friedrichshafen, wo seit 2010 Patienten erfolgreich mit dem Da-Vinci-OP-Roboter operiert werden. Auch ausländische Patienten kommen deshalb immer wieder ins Klinikum Friedrichshafen. Für Walled Houssainy stand fest, dass er sich hier operieren lassen wollte und ein Verwandter aus Bremen, selbst  Urologe, sagte, „lass es dort machen“. Also schickte eine Agentur, die ausländische Patienten vermittelt, die ganze schriftliche Krankengeschichte nach Friedrichshafen.

Beschluss: Operation in Friedrichshafen

Dr. Claus Fieseler, einer der drei urologischen Chefärzte, studierte die Patientenakte und kam zu dem Schluss, dass dieser Patient operiert werden kann, aber aufgrund seiner vielfältigen Begleit-Erkrankungen und der Diagnose fortgeschrittener Blasenkrebs herkömmlich operiert werden muss.

„Ich hatte große Angst"

„Ich hatte große Angst vor der Operation meines schwierig gelagerten Tumors und der Narkose“, erinnert sich Walled Houssainy, der sich an einem Montagmorgen bei seinem Operateur vorstellte und bereits am Mittwoch erfolgreich operiert wurde. Einige Tage später packte er schon seine Koffer, um zu seiner Frau in die Ferienwohnung zu ziehen. Dass sie ihn begleiten konnte und überhaupt ein Visa bekam, war mindestens genau so kompliziert wie seine Krankengeschichte und hat beide unglaublich viel Geld und Kraft gekostet und fand nur dank der Ausländerbehörde in Stuttgart ein glückliches Ende.

Dr. Claus Fieseler mit seinem Patienten Walled Houssainy und dessen Frau. Bild: MCB

Dr. Claus Fieseler mit seinem Patienten Walled Houssainy und dessen Frau.

Bild: MCB

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