Grundschulkinder „hinter den Kulissen“ des Weingartner Krankenhauses

Im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Grundschule“ durfte die Klasse 4c der Schule am Martinsberg/Standort Promenade das Krankenhaus 14 Nothelfer besuchen. Susann Ganzert, Leiterin der Unternehmenskommunikation und Pressesprecherin des Medizin Campus Bodensee, und ihre Kollegin Daniela Wiest begleiteten die Klasse in Gruppen durch die unterschiedlichsten und spannendsten Räumlichkeiten.

„Ich finde es hier voll gruselig“, meinte Alex, als die Klasse mit dem Aufzug in den Keller des Krankenhauses fuhr, um den Küchenbereich zu besichtigen. Dort angekommen, empfing der gar nicht gruselige, sondern sehr nette Küchenchef Dieter Zeiler die Kinder und erklärte ihnen u.a., dass hier jeden Tag ca. 140 Mittagessen frisch gekocht und zirka 200 Brötchen für das Frühstück benötigt werden. Außerdem erfuhr die Klasse, dass die Arbeit in der Krankenhausküche bereits um 6.00 Uhr beginnt und niemand ohne Haube herumlaufen darf, um das berühmte „Haar in der Suppe“ zu vermeiden. Aus der gewöhnungsbedürftig riechenden Spülküche liefen die Kinder schnell wieder heraus, nicht, ohne diejenigen zu bewundern, die täglich die 500 Tabletts in die riesigen Geschirrspüler räumen.

Dann ging es mit Mark Thurow, dem Leiter des Funktionsdienstes, in den hochtechnisierten CT-Raum, der den Kindern als „Röhre“ bekannt ist, und den kleinen Eingriffsraum, wo er den Kindern erklärte, welch komplizierte und teure Gerätschaften selbst für kleinere Operationen benötigt werden. Es stellte sich heraus, dass einige der Kinder bereits Erfahrung mit dem Röntgen hatten. „Ich habe zum Röntgen eine Schürze anziehen müssen“ meinte Julia und erfuhr, dass Röntgenstrahlen nur sparsam und vorsichtig eingesetzt werden dürfen.

Mit Dirk Kernler, dem Leiter des Zentrums Operative Medizin, durfte die Klasse sogar die sogenannte „Schleuse“ des Operationsbereiches betreten, wo die Patienten für Operationen vorbereitet werden. Besonders beruhigend empfanden die Kinder, dass es eine Heizlampe über dem Bett gibt, weil es im OP-Raum wegen der Keime so kühl sein muss (das mögen die Keime nämlich nicht ) und man als Patient ja nur ein Hemd trägt. Spaß hatten nicht nur die OP-Schwestern, als die Kinder sich selbst mit Haube und Handschuhen ausrüsteten, um dann so im Gänsemarsch durch das Gebäude zu marschieren.

Doch zuvor durfte die Klasse noch einen Blick auf die Station werfen, wo einige von ihnen zur Welt gekommen sind, den Kreißsaal. Nicht sehr angenehm fanden vor allem die Mädchen die Vorstellung, dass sich das Wort von „Kreisch-Saal“ ableitet. Dort war jedoch nur das leise Schreien eines Neugeborenen zu hören, und die Hebamme Lydia Richter hatte dank des Vollmondes letzte Nacht, alle Hände voll zu tun. Trotzdem nahm sie sich die Zeit, die Gebärbadewanne zu zeigen und die Frage, ob es auch männliche Hebammen gibt, zu beantworten. „Männliche Hebammen heißen aber nicht Hebammer oder Hebammerich, sondern Entbindungspfleger“, meinte sie, „und es gibt nur sehr wenige“.

Am Ende beantworteten Susann  Ganzert und Daniela Wiest noch geduldig vielerlei Fragen der Kinder, und so konnte am Schluss sogar noch geklärt werden, dass ein „Uruloge“ kein Alleskleber sondern ein Facharzt für männliche Organe ist, und dass man, um Arzt zu werden, vorher „ein bisschen“ studieren und Latein lernen muss.

Mit diesem Ansporn und dem beruhigenden Gedanken, dass man bei der nächsten Platzwunde  im „14 Nothelfer“  von sehr netten Leuten bestens versorgt wird, machte sich die Klasse 4c in ihrer OP-Ausrüstung auf den Heimweg. 

Text: Sylvia Hellweg-Volk, Konrektorin der Schule am Martinsberg

OP-Schwestern (Hintergrund), Kinder der 4c, Dirk Kernler, Leiter des Zentrums Operative Medizin, an der Schleuse zum OP-Raum im Krankenhaus 14 Nothelfer.

OP-Schwestern (Hintergrund), Kinder der 4c, Dirk Kernler, Leiter des Zentrums Operative Medizin, an der Schleuse zum OP-Raum im Krankenhaus 14 Nothelfer.

Bild: Sylvia Hellweg-Volk, Konrektorin der Schule am Martinsberg

Kontaktdaten

Krankenhaus 14 Nothelfer GmbH
Ravensburger Straße 39
88250 Weingarten

Telefon +49 (0) 751 406-0
info @kh-14nothelfer .de