Abdullah Al Mahamid kam aus Syrien, um in Deutschland vielleicht doch noch Medizin zu studieren

Friedrichshafen (MCB) Vielleicht ist es „eine Geschichte von vielen“, trotzdem ist sie individuell und vor allem noch lange nicht zu Ende erzählt. Abdullah Al Mahamid steckt mitten in der einjährigen Ausbildung zum Krankenpflegehelfer im Klinikum Friedrichshafen und ist glücklich, dass er schon jetzt die Zusage für die dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Medizin Campus Bodensee hat … 

Am 10. Dezember 2015 kam der bald 19-Jährige nach seiner 13-tägigen Flucht aus Syrien in München an – seine Familie und Freunde ließ er Daraa im Süden Syriens zurück. Daraa gilt als die „Wiege der Revolution“ und letzte Bastion des Aufstands gegen das Assad-Regime. Hier lebte die Familie Al Mahamid mit ihren sechs Kindern und unterhielt einen kleinen Baubetrieb.  Abdullah, der Älteste, ist wissbegierig und lernt eifrig – doch damit war von heute auf morgen Schluss. „Ich wollte weiterlernen in Syrien, aber das ging nicht“, erinnert er sich an die zweieinhalb Jahre zurückliegenden Tage in seiner Heimat. Die Situation verschlechterte sich dort zusehends und so trug die Familie das Geld für die Flucht des 16-Jährigen nach Deutschland und „mit allen Verkehrsmitteln“ zusammen.

Erster Schritt: Ausbildung zum Krankenpflegehelfer

In München angekommen begann Abdullah einen Sprachkurs, mit großem Erfolg wie jeder hören kann, der mit ihm im Klinikum Friedrichshafen und in der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben, in der auch er die theoretische Ausbildung absolviert, spricht. Die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer soll der erste Schritt auf dem noch langen Weg zum Arzt sein, erzählt der junge Syrer, der aus München direkt in die Bodenseeregion geschickt wurde und im September seine Ausbildung begann.

"Leuchtendes Beispiel für gelebte Integration"

In den Praxistagen im Krankenhaus war er zuerst im Zentrum für Operative Medizin, jetzt ist er im Zentrum für Innere Medizin und ist überzeugt, dass „es gut ist, wenn es viel zu tun gibt und ich viel gezeigt bekomme“. Sein Praxis-Lehrer Christoph Ley sagt: „Abdullah ist ein leuchtendes Beispiel für gelebte Integration. Die einjährige Ausbildung zur Krankenpflegehilfe gab ihm die Möglichkeit seine Deutschkenntnisse deutlich zu verbessern. Meine Kollegen und ich freuen uns schon darauf, seine weitere Entwicklung zu beobachten und ihn in der dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu begleiten.“

Deutsche Sprache noch besser lernen

Die einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer im Medizin Campus Bodensee kann Abdullah nur empfehlen, „auch für Menschen wie mich, die die Sprache noch besser lernen wollen“. Darüber hinaus findet er es auch gut, dass er innerhalb dieses Jahres viele Fachbegriffe lernen kann, die ihm dann in der anschließenden dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger leichter über die Lippen kommen und die er dringend benötigt.

"Wenn man etwas erreichen will, wird man es erreichen"

Seine Eltern sind „froh und stolz“ erklärt Abdullah und seine Mitschüler, Lehrer und Kollegen freundlich. Alle unterstützen ihn. Die deutsche Sprache, sagt er, sein nicht einfach, aber „wenn man etwas erreichen will, wird man es erreichen“. 

Der angehende Krankenpflegehelfer-Abdullah Al Mahamid und Patient Rolf Meyer kamen beim Fototermin auch ins Gespräch über den Weg des jungen Syrers an den Bodensee. Bild: MCB

Der angehende Krankenpflegehelfer-Abdullah Al Mahamid und Patient Rolf Meyer kamen beim Fototermin auch ins Gespräch über den Weg des jungen Syrers an den Bodensee.

Bild: MCB

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