Sieben Tage volle Verantwortung

Tettnang (MCB) „Ich war gestern Springer“, sagt Larissa und beschriftet parallel eine Wasserflasche mit ihrem Namen. Heute Nachmittag ist sie gemeinsam mit ihren Mitschülern wieder auf der temporären Schülerstation der Klinik Tettnang im Einsatz und weiß, dass auch sie – so wie die Patienten – auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten muss.

Zwölf Gesundheits- und Krankenpflege-Auszubildende der Klinik Tettnang, die alle im dritten und damit abschließenden dualen Ausbildungsjahr sind, haben eine ganze Woche lang die Station 3 selbstständig übernommen. Darüber, dass sie auf einer „Schülerstation“ liegen, wurden alle Patienten informiert, und so wussten diese auch, dass den Schülerinnen immer zwei Examinierte zur Seite standen – Tag und Nacht.

Positives Fazit auf allen Seiten

Zwei Tage bevor die Woche rum ist, fällt das Fazit auf allen Seiten positiv aus: Die Schülern sind an den Aufgaben gewachsen und nehmen viel mit in die letzten Monate der Ausbildung, die Praxislehrer haben bemerkt, dass aus dem anfänglichen und etwas ängstlichen Chaos bald eine bisher nie geforderte Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft wurde, die Patienten honorierten mit positiven Rückmeldungen und erkannten die Kompetenzen an.

Komplexe Aufgabenstellung

Die Schülerstation-Aufgabenstellung für die elf jungen Frauen und einen jungen Mann war komplex: Dienstplan für alle und eine Woche schreiben, die Organisation an sich übernehmen, Tag- und Nachtdienste auf der mit 33 Patienten voll belegten Station leisten… „Die Schülerinnen haben schnell ihre Schwächen erkannt und benannt, so dass andere sie unterstützten konnten, und sie haben sich relativ fix eingespielt in ihren neuen Rollen“, freut sich Corinna Fick, Praxislehrerin an der Klinik Tettnang, die zum „Medizin Campus Bodensee“ gehört.

"...eine Menge gelernt"

Und wie der Zufall es so will, standen in diesen sieben Tagen einige besonders seltene Operationen an und gab es viele Namensdopplungen bei den Patienten. Vor allem das Zeitmanagement forderte die Auszubildenden, „aber am zweiten Tag platzte um 9 Uhr der Knoten“, erinnert sich Lorena Wochele. Am liebsten würden die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger ihre Station jetzt mindestens noch eine Woche weiterbetreiben, denn „wir haben eine Menge gelernt“, „haben viel gelacht, auch wenn wir viel zu tun hatten“, „haben Erfahrung, Sicherheit und Einblick in Aufgaben gewonnen, die wir als Schüler sonst nie erhalten haben“ und „wir sind jetzt richtig gut auf die anstehenden Prüfungen vorbereitet“ – so die persönlichen Rückblicke einiger Auszubildender.

Durchstarten nach den Prüfungen

Auch die Ärzte haben sich auf diese Form der praktischen Ausbildung eingelassen, haben sich Zeit genommen und auch mal etwas wiederholt. Auch ohne eigenverantwortlich geführte Schülerstation wollen die zwölf jungen Frauen aktiv dran bleiben, um dann nach den Prüfungen gleich richtig durchstarten zu können. „Schließlich werden Sie alle in ihrem Krankenhaus gebraucht“, wirft Praxislehrer Christoph Ley in die Runde.    

Die nächste Aufgabe wartet schon

Das Telefon klingelt… „Station 3, Larissa“, die Übergabe endet für die Auszubildende abrupt. Sie ist gefordert und beantwortet nach kurzem Sicherheitsblick zu Praxisanleiterin Rosmarie Schiele die Frage am Telefon routiniert, macht sich auf den Weg zu ihrem Patienten und vergisst prompt ihre Wasserflasche.

  • Die Übergabe von der Früh- an die Spätschicht auf der Schülerstation der Klinik Tettnang hat die Auszubildende Lorena Wochele übernommen. Bild: MCB

Die Übergabe von der Früh- an die Spätschicht auf der Schülerstation der Klinik Tettnang hat die Auszubildende Lorena Wochele übernommen.

Bild: MCB    

Die Auszubildenden der Klinik Tettnang haben für eine Woche eine ganze Station übernommen und wurden dabei nicht  nur von ihrer Praxislehrern Corinna Fick (links) begleitet. Bild: MCB

Die Auszubildenden der Klinik Tettnang haben für eine Woche eine ganze Station übernommen und wurden dabei nicht  nur von ihrer Praxislehrern Corinna Fick (links) begleitet.

Bild: MCB

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